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1. Herren gegen Südring: Kreuzberger Nächte sind lang

Die Steglitzer Zuschauer schufen wieder eine tolle (Heimspiel-)Atmosphäre in fremder Halle. An der Unterstützung von außen lag es also definitiv nicht, dass wir knapp mit 5:9 gegen Eintracht Südring verloren.

Am Anfang sah es noch vielversprechend aus. Doch Südrings Routine sollte sich im Laufe des Spiels immer mehr durchsetzen, sodass das Steglitzer Team (Archivbild) sich knapp geschlagen geben musste.

Am Vorabend des Beginns der Adventszeit traten die 1. Herren gestern um 20 Uhr bei Eintracht Südring an. Auf Steglitzer Seite vertrat MEifler den nach wie vor lädierten Alex, während Südring mit den besten sechs Spielern des Vereins startete. In der vergangenen Saison ackerten wir noch zusammen mit Südring II um den Verbleib in der Verbandsliga - mit dem bekanntermaßen besseren Ergebnis für uns – nun durften wir als Außenseiter gegen den aktuellen Dritten der Verbandsoberliga antreten.

Wir erhofften uns nicht viel, doch die für mich auch bei diesem Auswärtsspiel überraschend zahlreich aufgetauchten Steglitzer Zelluloidball-Freunde sollten einen erfolgreichen Start erleben. Sascha und Felix unterlagen der langjährig sehr erfolgreichen Kombination Rehse/Bothin in vier Sätzen, während MEeifler und ich gegen das gegnerische Spitzendoppel nach der gleichen Anzahl an Sätzen bereits meinen zweiten Doppelerfolg in Serie feiern durfte. Und da auch Marc und Dome von den ebenfalls vier Sätzen des Spiels nur Nummer zwei abgaben, lagen wir nach den Doppeln vorne.

Im vorderen Paarkreuz konnte Marc die starke Vorstellung gegen Abwehr der letzten Woche nicht wiederholen und auch ich konnte dem schnellen Tempo von Düstersiek nicht ausreichend Gegendruck entgegenbringen. Enger sollte es jedoch im mittleren Paarkreuz werden, denn der krankheitsbedingt trainingslose Sascha forderte Tarbiat, der eine der besten Bilanzen im mittleren Paarkreuz vorzuweisen hat, vieles ab. Das 1:3 war knapper, als es auf dem Tableau aussieht. Daneben zeigte unsere "Röhre" warum er derzeit so erfolgreich ist. Gegen Arnold, der in der Vorsaion im vorderen Paarkreuz gespielt hat, war eher weniger Tempo im Angriff gefragt, was Felix taktisch optimal umgesetzt hat. Nach klar verlorenem ersten Satz brannte danach nicht mehr viel an. Im dritten Paarkreuz dominierte Petrasch das Spiel gegen unseren Abwehrrecken mit viel Spielübersicht, so dass MEifler zwar immer wieder dran war und lange Ballwechsel zustande kamen, am Ende aber leider nichts Zählbares. Domenik dagegen legte los wie die Feuerwehr und schepperte Bothin anfangs die Bälle um die Ohren. Dieser zeigte jedoch seine Routine und das Spiel wurde auf Augenhöhe im fünften Satz entschieden, mit dem besseren Ende für Südring.

Die zweite Einzelrunde begann im vorderen Paarkreuz erneut nicht besonders erfreudig. Düstersiek machte da weiter, wo er gegen mich aufgehört hatte und zerlegte Marc in drei Sätzen. Und auch bei mir sah es gegen Abwehrrecke Rehse genauso aus. Ludwig hat es nicht umsonst geschafft, dem bisher besten Spieler der Liga, Lorenzotti, die einzige Niederlage beizubringen. Ich kam zumindest immer besser ins Spiel und war froh, dass wenigstens der dritte Satz knapp wurde. Das Time-Out bei 12:11 half sicherlich den Ehrensatz nach Hause zu holen. Doch in der Folge kam ich immer besser rein und traf ungefähr so wie Marc gegen Riedel die Woche zuvor. Einfach fast alles. Und so "klaute" ich Ludwig, der sich wie immer auch in für ihn ärgerlichem Spielverlauf total freundlich und fair verhielt, noch das Spiel. So geht Fair Play, danke! Im mittleren Paarkreuz hatte Sascha gegen das hohe Grundtempo und die ebenso hohe Grundsicherheit Thorsten Arnolds an diesem Tag ohne Training und volle Fitness keine wirklich Siegchance, auch wenn das Ergebnis meines Erachtens deutlicher aussieht, als das Spiel verlief. Felix zeigte erneut, dass er zur Rückrunde die Spitzenposition der Mannschaft verdient, indem er Tarbiat drei Sätze so unter Druck setzte, dass dieser keinen davon gewinnen konnte. Im dritten Paarkreuz war Dome in jedem Satz super dabei, aber die Routine Petraschs ließ jeden knapp weggehen. Das war doppelt schade, da am Nachbartisch MEifler auf einem guten Weg zum Erfolg war und plötzlich das Schlussdoppel in der Luft lag.

Am Ende stand gegen 23:30 Uhr also ein 5:9 auf der imaginären Anzeigetafel, was als Ergebnis durchaus den Spielverlauf darstellte. Ein weiteres Mal haben wir uns gut präsentiert, ohne dabei dafür zumindest in der Summe belohnt zu werden. Wenn wir am Ende der Saison so absteigen sollten, könnten wir mit uns nicht unzufrieden sein. Aber wer weiß, ob wir nicht vielleicht auch irgendwann für den Einsatz mit Punkten belohnt werden und es doch schaffen? Wie in der Mannschaftsbesprechung neulich so schön gesagt wurde, wir sollten uns einfach weiterhin nicht so viele Gedanken über die Ergebnisse machen, sondern Spiel für Spiel ackern, uns an dem höheren Niveau der Spiele erfreuen und vor allem Spaß an unserer Lieblingsfreizeitbeschäftigung haben. Gerne mit Gegnern wie gestern, die eher Partner im gleichen Hobby sind.