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Siebter Punkt gegen den Abstieg

Am Ende des Spiels gegen TTC Neukölln glich die Halle einem Hexenkessel. Die Stimmung war ausgelassen, eine weitere Überraschung in der Verbandsligasaison bahnte sich an - und manifestierte sich in einem 9:5.

Darf wahlweise auch als "Die Maschine" oder "Das Tier" angesprochen werden: Marc

Die Rahmenbedingungen stimmten, die neue Kaffeemaschine des Vereins wurde kräftig getestet, die Damen sorgten für ein mehr als reichhaltiges süßes Buffet und viele Zuschauer fanden den Weg in unsere Halle. Also konnten die Wettkämpfe der ersten Damen und Herren begingen.

Im allerersten regulären Heimspiel – Sonntag, 16:00 Uhr - der Verbandsliga-Herren ging es sogleich gegen den Tabellenzweiten TTC Neukölln, vom Papier her der Favorit. Doch mit dem 8-8 gegen die Berliner Brauereien, bisher ihr einziger Verlustpunkt in dieser noch recht jungen Saison, bewiesen unsere Mannen, dass ihnen auch Punktgewinne gegen eben diese Favoriten gelingen können.

Wie war Neukölln gestartet? In der letzten Saison konnten sie eine sehr starke Spielzeit mit dem zweiten Platz krönen und in der Relegation wurde der Aufstieg knapp verpasst. Nach Abgängen rückten mit Schilling und Blecke zwei gute Leute aus der zweiten Mannschaft, die große Teile unserer Mannschaft aus der letzten Saison aus dem knappen Aufstiegsrennen unserer zweiten Mannschaft kennen, auf. Und auch in diesem Jahr ist mit ihnen in der oberen Tabellenregion definitiv zu rechnen und bisher enttäuschten sie auch nicht. Mit Siegen gegen Lichterfelde, Siemensstadt, Blau-Gold und den sehr starken Rudowern und einer knappen Niederlage gegen die Braumänner rangierten sie mit 8:2 Punkten auf dem zweiten Platz. Bekanntermaßen waren aber auch unsere ersten Herren mit 5:3 Punkten, für viele überraschend, sehr vielversprechend gestartet und der „Support“ im Verein war bisher grandios.

Neukölln trat mit Cox, Bessen, Schilling, Krasowka, Schulz und Blecke, also in Stammformation, an. Wir setzten ebenfalls unsere Stammkräfte entgegen, auch wenn einige von diesen in den letzten knapp zwei Wochen am Stock liefen und die Vorbereitung auf dieses Spitzenspiel (Ja, Spitzenspiel, denn wir waren immerhin Vierter!) somit leider nicht ganz optimal lief.

Lennart und Alex, unser starkes Einserdoppel, wurden ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht. Gegen Bessen und Schilling gewannen sie klar mit 3:0 und auch wenn das Wort Selbstverständlichkeit eine gewisse negative Attitüde aufweist, agierten sie mit eben dieser. Felix und Sascha hatten es mit dem Gästedoppel in Form von Cox und Krasowka zu tun. Hier entwickelte sich ein sehr enges und taktisch geprägtes Spiel. Sie mussten jeweils Satzrückstände aufholen und wehrten im vierten Satz zahlreiche Matchbälle ab, um dann aber leider doch den Gegnern nach fünf gespielten Sätzen gratulieren zu müssen. Marc und Domenik spielten gegen Schulz/Blecke kein gutes Doppel, an mangelnden Chancen lag es wahrlich nicht, doch wenn mal der eine nicht den Fehler machte, stand leider der andere dafür bereit und die routinierten Kontrahenten ließen sie auch fleißig gewähren.

So stand es erst zum zweiten Mal nach den Doppeln 1:2, wobei es gegen die Braumänner kein schlechtes Omen war, vielleicht auch heute?

Lennart eröffnete die Einzel. Gegen den leicht neben sich wirkenden Bessen hatte er praktisch zu keiner Zeit Probleme und gewann klar mit 3:0. Alex spielte gegen Cox ebenfalls drei Sätze, doch anders als Lennart konnte er keinen gewinnen.

Lennart musste sich besonders gegen Cox zwar mächtig ins Zeug legen, konnte am Ende aber inklusive Doppel eine tadellose 3:0 Bilanz vorweisen.
Lennart musste sich besonders gegen Cox zwar mächtig ins Zeug legen, konnte am Ende aber inklusive Doppel eine tadellose 3:0 Bilanz vorweisen.

Felix hatte es wie im Doppel mit Krasowka zu tun. Von drei knappen und intensiv geführten Sätzen konnte Felix zwei für sich entscheiden und mit der 2:1 Satzführung im Rücken spielte er im vierten Satz befreiter auf und konnte diesen klar gewinnen. Sascha, eigentlich mit starken Rückenschmerzen gehandicapt, spielte gegen Schilling ein sehr starkes Einzel. Viele gute Gewinnschläge, gute Platzierung bei Auf- und Rückschlägen brachten ihn 2:0 Sätze in Front, nach leicht verlorener taktischer Linie und ebenfalls starken Bällen von Schilling, ging es in den vierten Satz und hier entwickelte sich ein noch intensiveres Spiel, welches Sascha mit 12:10 für sich entscheiden konnte.

Dann ging es mit Marc gegen Blecke weiter, gleich mit dem ersten Ball ging das Spektakel los. Viele lange und spektakuläre Ballwechsel folgten. Jeden Punktgewinn musste sich die beiden Gegner mehr als hart erarbeiten und den immer zahlreicher werdenden Zuschauer wurde einiges geboten. Nach dem es 2:2 in Sätzen stand, wurde es noch dramatischer. Und dramatische Partien in unserer Halle kennen wir spätestens seit letzter Woche gegen O.T.T.O. Hier verlor Sascha gegen Rohrmann nach zahlreichen Matchbällen mit 18:20 im fünften Satz. Es sah im Entscheidungssatz lange so aus, als könne sich der deutlich erfahrenere Blecke gegen unseren Youngster durchsetzen. Beim Spielstand von 7:10 bäumte sich unsere Kämpfernatur gegen die drohende Niederlage auf und glich zum 10:10 aus. Dann 10:11, 11:12, 12:13, 13:14, 14:15, immer wieder kann Marc, teils nach weiteren harten Rallys, Matchbälle Bleckes abwehren. Bei 16:15 vergab er wiederum seinen ersten Matchball. Davon verunsichern ließ er sich aber nicht, denn wie ging es am Ende aus? So:

Nach neun abgewehrten Matchbällen endlich die zwei erlösenden Punkte für Marc gegen Blecke
Nach neun abgewehrten Matchbällen endlich die zwei erlösenden Punkte für Marc gegen Blecke

Den mittlerweile neunten Matchball abgewehrt, konnte er dann bei 18:17 von der Halle euphorisch umjubelt seinen zweiten Matchball verwerten. Eine bemerkenswerte Szene gab es beim Handschlag der beiden Kontrahenten, als Blecke und Marc sich umarmten und der Unterlegene, wobei es sich nach diesem Spiel eigentlich verbietet von Sieger oder Verlierer zu sprechen, sehr fair gratulierte.
Währenddessen musste Domenik dem gut aufspielenden Schulz schon nach drei Sätzen gratulieren, wobei vor allem in den Sätzen eins und zwei sicherlich mehr drin war.
Lennart eröffnete dann die zweite Einzelrunde mit einem gut geführten Spiel gegen Cox. Zwei enge Sätze zu Beginn, besonders Satz zwei nach 5:9 Rückstand, ließen unseren Einser bereits mit 2:0 führen. Doch Cox wollte es nicht darauf beruhen lassen und kämpfte sich zurück. Nach dem anschließenden Satzgewinn zum 2:1 konterte Lennart die Angriffsversuche von diesem und gewann schließlich mehr als verdient nach vier Sätzen. Alex konnte danach unspektakulär, aber sehr effektiv mit 3:0 gegen Bessen unsere Führung ausbauen.
Felix hätte gegen Schilling bereits für das Unentschieden sorgen können. Schon der erste Satz ließ aber vermuten, dass die Neuköllner diesen Plan gerne zerschlagen würden. Der dritte Marathonsatz des Tages ging am Ende aber mit 17:19 an den Gast. Doch Felix ließ sich davon nicht beeindrucken und machte aus einem Satzrückstand eine Satzführung. Auch im vierten Satz führte er bereits mit einigen Punkten und mit dem Rücken zur Wand und Matchball gegen sich, erspielte sich Schilling den Entscheidungssatz. Hier lief Felix lange einem Rückstand hinterher, der sogar auf vier Punkte zum 5:9 anwuchs. Zwar konnte er noch zum 9 zu 9 ausgleichen, doch zu mehr reichte es leider nicht. Sascha agierte gegen Krasowka sehr souverän und auch ein leicht verschenkter zweiter Satz brachte ihn nicht aus dem Konzept und führte schließlich zu einem klaren 3:1.

Gerade noch dem Lazarett entronnen, lieferte Sascha starke Leistungen und zwei Punkte.
Gerade noch dem Lazarett entronnen, lieferte Sascha starke Leistungen und zwei Punkte.

Das Unentschieden war somit schon mal gesichert, aber ist man so nah dran, dann will man mehr.

Marc hatte gegen Schulz die Chance die große und nächste Überraschung perfekt zu machen. Und wieder ging es bei Marc in den fünften Satz. Hier zündete er spätestens nach dem Seitenwechsel ein Feuerwerk und vollendete mit 11:4 den 9:5 Sieg gegen den Tabellenzweiten TTC Neukölln.

Ein intensives und spannendes Spiel ging nach knapp vier Stunden Spielzeit vor etwa 30 Zuschauern wahrlich nicht unverdient an unsere ersten Herren. Die Stimmung in unserer kleinen, aber kuscheligen Halle war sensationell und den Zuschauern gebührt hier ein sehr großer Dank. Dadurch konnte der ein oder andere sicherlich noch ein paar Prozent mehr rausholen.

Wie sieht es jetzt aus?

Mit nun 7:3 Punkten festigen wir den vierten Platz und sichern uns ein nettes, aber keinesfalls sicheres, Polster auf die Abstiegsregion. Eine Partie weniger absolviert als die Teams aus Neukölln und Rudow (jeweils 8:4 Punkte), stehen wir nun nach fünf gespielten Mannschaftskämpfen auf einem Tabellenplatz, mit dem wohl keiner gerechnet hatte. Und so wie es aussieht, wird die erste Herren auch weiterhin alles dafür tun und intensiv trainieren, um die bisher gezeigten Leistungen möglichst aufrecht zu erhalten. Der erreichte Tabellenplatz über dem Strich wäre dann am Ende mehr als zweitrangig.

Unsere Damenmannschaft kämpfte an den Nebentischen ebenfalls couragiert, doch am Ende verloren sie leider mit 6:8 gegen die Damen vom TTC Südost.

Sicher im Vorhand-Schupfen: Alex. Ob das aber auch das Erfolgsrezept im 3:0 gegen Neuköllns Bessen war, darf bezweifelt werden.
Sicher im Vorhand-Schupfen: Alex. Ob das aber auch das Erfolgsrezept im 3:0 gegen Neuköllns Bessen war, darf bezweifelt werden.
Domeniks Topspins wollten einfach nicht oft genug - so wie hier im Spiel gegen Blecke - übers Netz gehen.
Domeniks Topspins wollten einfach nicht oft genug - so wie hier im Spiel gegen Blecke - übers Netz gehen.
Es hat nicht sollen sein, zumindest nicht gegen Schilling. Dem knappen 2:3 ging ein 3:1 gegen Krasowka voraus.
Es hat nicht sollen sein, zumindest nicht gegen Schilling. Dem knappen 2:3 ging ein 3:1 gegen Krasowka voraus.