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Unser Weg vom VfK zum STTK

Um den Jahreswechsel 2013/2014 fanden im VfK Südwest große Veränderungen statt. Auf deren Höhepunkt entschloss sich die Tischtennis-Abteilung, den Weg als Steglitzer Tischtennis Klub Berlin in die Selbstständigkeit zu gehen.

Tischtennis in Steglitz – das war seit Jahrzehnten mit dem Namen VfK Südwest verbunden. Die 1953 gegründete Tischtennis-Abteilung war eine der beiden großen Sportabteilungen des VfK. Obwohl es eher wenige Berührungspunkte zwischen dem Gesamtverein mit seinem Vereinsgelände und der fast nur außerhalb angesiedelten TT-Abteilung gab, fühlten sich alle Tischtennisspieler im VfK zu Hause. Der langjährige Abteilungsleiter Christian Kühnel war zugleich stellvertretender Vorsitzender des gesamten Vereins. In seiner Amtszeit als Vorsitzender hat Dieter Friedrich mit viel Energie und Geschick u. a. den Bau des Vereinshauses und den Kauf des Vereinsgeländes durchgeführt; die dafür aufgenommenen Schulden wurden weitestgehend abbezahlt. Eine Verringerung der finanziellen Belastung der Mitglieder konnte 2013 beschlossen werden. Fast alle Beschlüsse wurden mit großen Mehrheiten gefasst.

Doch im Herbst 2013 gründete sich der „Initiativkreis VfK“, der Entscheidungen des Vorstands zunehmend massiv kritisierte. Erklärungen und Richtigstellungen des damaligen Vorstands zeigten keine Wirkung. Wer Genaues zu den Sachverhalten wissen will, kann gerne auf uns zukommen. Letztlich strebte der „Initiativkreis VfK“ eine außerordentliche Mitgliederversammlung an, um den Vorstand schnellstmöglich abzuwählen. Der „Initiativkreis VfK“ verbreitete mehrere E-Mails und Flugblätter; ihm offenbar nahe stehende Mitglieder forderten zu Schreiben an den Vorstand auf und es wurden Textvorschläge mitgeliefert, die „jedenfalls schon mal Unruhe stiften und den Vorstand ärgern“ könnten.

Die geforderte Versammlung fand dann am 8. Januar 2014 statt. Hier wollte der Vorstand seine Entscheidungen begründen, zu der vorgebrachten Kritik Stellung beziehen und das erste Mal eine direkte und vor allen geführte Diskussion einleiten. Der „Initiativkreis VfK“ brachte in der Versammlung aber seinen Antrag auf Änderung der Tagesordnung ein, demzufolge zunächst über den Abwahlantrag entschieden werden und die Aussprache zu den Entscheidungen erst danach stattfinden sollte. Der alte Vorstand sollte also vor der Abstimmung über den Abwahlantrag nicht zu Wort kommen. Trotz eindringlicher Hinweise auf die Abwegigkeit dieses Verfahrens – erst entscheiden, dann beide Seiten anhören – fand dieser Antrag in der Versammlung eine große Mehrheit. Darauf trat der komplette Vorstand zurück und verließ die Versammlung. Bei Rücktritten wurde in der Menge gejubelt, er wurde zu seiner Entscheidung höhnisch beklatscht und beglückwünscht. Die zahlreich anwesenden Mitglieder der Tischtennis-Abteilung gingen fast geschlossen aus dem Saal, sprachlos wegen der Verfahrensweise und des Umgangs miteinander. Am besten zusammenfassen lässt sich unser Gefühl wohl durch die Aussage eines VfK-TT-Urgesteins, der beim Verlassen der Mitgliederversammlung sagte: „Das ist nicht mehr mein Verein.“ Der „Initiativkreis VfK“ bildete später den Kern des neuen Vorstands.

Die turnusmäßige Jahreshauptversammlung fand am 9. Mai 2014 statt. Mit der Einladung sind allen Mitglieder kritische Fragen u. a. zum Vorgehen und zu Aussagen des „Initiativkreis VfK“ zugegangen, zusammen mit einem Antrag auf Beantwortung. Antragsteller war ein Mitglied, das dem VfK über 50 Jahre die Treue gehalten hat. Wegen Abwesenheit des Antragsstellers wurde dieser Antrag von einem Ehrenmitglied begründet und vertreten. Dieser Antrag erhielt laut Protokoll nur 8 Ja-Stimmen bei 110 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen. Es ist also tatsächlich eine große Mehrheit in der Mitgliedschaft, die gegen eine inhaltliche Auseinandersetzung abstimmt.

Noch unter dem Eindruck der Versammlung im Januar nahmen die bisherigen Überlegungen Formen an und es begannen die vielfältigen Arbeiten, die mit der Gründung eines Vereins verbunden sind. Unter anderem wurde eine Satzung entworfen und nach Rücksprachen mit einem Rechtsanwalt mehrfach verändert. Die Gründungsversammlung wurde am 23. Februar 2014 durchgeführt. Die Gemeinnützigkeit wurde beantragt, der Verein ins Vereinsregister eingetragen, die Mitgliedschaften im Bezirkssportbund und beim Berliner Tisch-Tennis Verband beantragt. Außerdem standen die Übernahme der Ligen und der Hallenzeiten an. Bis auf eine Spielerin verließen alle Mannschaftsspieler zum nächstmöglichen Termin, also zum 01.07.14 den VfK.

Das gesamte Material (Tische, Netze, Bälle usw.) wurde zwar über die Jahre von unseren Mitgliedsbeiträgen bezahlt, aber da es dem VfK gehörte, verschickten wir kurz vor Ostern am 16.04.14 ein Angebot zum Ankauf der Materialien. Erst blieben wir 8 Wochen ohne Antwort, dann wurde uns Mitte Juni lediglich der Termin für die Abholung aller Materialien mitgeteilt. Erst auf unsere Nachfrage zum Angebot wurde uns geschrieben, dass der von uns vorgeschlagene Preis „inakzeptabel“ sei. Wir versuchten zu verhandeln und fragten nach einem akzeptablen Preis. Daraufhin teilte uns ein anderes Vorstandsmitglied mit, dass sie „weder an einem Komplettverkauf noch an einem Teilverkauf interessiert“ seien, da sie „das Equipment selber benötigen“. Der VfK hat nun 23 Tische, ohne eine Mannschaft im Spielbetrieb des BTTV gemeldet zu haben. So standen wir zweieinhalb Wochen ohne Materialien da, doch die große Spendenbereitschaft unserer Mitglieder, Freizeitler und Eltern hilft uns erheblich bei der erforderlichen Neuanschaffung aller Materialien. An dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die gespendet oder uns in anderer Weise in dieser turbulenten Zeit unterstützt haben!

Mit fast allen alten und ein paar neuen Gesichtern wird die Saison 2014/2015 für uns als STTK zwar kein wirklicher Neuanfang sein. Denn da sowohl alle Mannschaften als auch alle Trainer/innen mitgegangen sind, werden alle Trainings- und Freizeitgruppen unverändert stattfinden. Doch ab jetzt können wir uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren: Tischtennis.

Christian, Christoph, Felix, Alex, Margrit, Ramon, Marc, Lennart
(Gründungsmitglieder)