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Berliner Einzel­meisterschaften (BEM) Erwachsene: Doppel(t) gut

Von der 3. Bundesliga bis zur 4. Kreisklasse war wieder alles vertreten. Für uns hielten die Berliner Einzelmeisterschaften (BEM) der Damen und Herren 2016 vor allem im Doppel Überraschungen parat.

Gleich zwei Mal ließ Svenja Zuschauer und Trainer hinter der Bande zittern - doch in beiden Gruppenspielen holte sie den 0:2-Rückstand auf.

Ehrlich gesagt: Nach dem Einzel hielt sich meine Motivation in Grenzen, auch noch Doppel zu spielen. Das lag nicht am Doppel an sich, nicht an der Auslosung und am allerwenigsten am Doppelpartner. Aber nach gut elf Stunden in einer überfüllten Halle waren alle müde und der Sauerstoffgehalt näherte sich dem Nullpunkt. Die Luft war buchstäblich raus. Aber dann - wer hätte gedacht, dass das letzte Spiel des Tages auch das (aus unserer Sicht) beste des Tages wird?

Los gingen die diesjährigen Berliner Meisterschaften der Erwachsenen morgens früh um 10 Uhr mit der Mixed-Konkurrenz. Drei Paarungen mit STTK-Beteiligung gingen an den Start. Während Sophie und Tolga Atas (Blau-Gold) schon in der ersten Runde ein hartes Los erwischten und ausschieden, kamen Svenja und Andreas Kristen (TuSLi) sowie Alina Geister (LSC) und ich unbeschadet durch die erste Runde. In der zweiten war dann aber für Svenja und ihren Mixed-Partner gegen Henning/Hinz (Füchse) nichts zu holen und auch Alina und ich hatten gegen die Topgesetzten und späteren Sieger Domdey/Köpp (Füchse) das Nachsehen.

Mixed ist nichts für Langschläfer

Während der Mixed-Wettbewerb zu Ende gespielt wurde, füllte sich die Halle in der Paul-Heyse-Straße allmählich mit allen denjenigen, die ausschlafen konnten und nur zum Einzel antraten. Von uns waren das Peter, Robin und Jan, der seine erste BEM im Erwachsenen-Bereich spielte. Inklusive aller Trainer und Zuschauer dürften rund 250 bis 300 Menschen die Halle bevölkert haben. Da merkte man dann doch den Größenunterschied zum deutlich geräumigeren Sportforum Berlin. Auch wenn man von draußen kommend das Gefühl hatte, man läuft gegen eine Wand aus stickiger Luft - in der Paul-Heyse-Straße spielt es sich meiner Meinung nach insgesamt deutlich angenehmer.

Volles Haus bei der BEM der Damen und Herren.
Volles Haus bei der BEM der Damen und Herren.

Aber wieder zurück zum Kern des ganzen. Nachdem wir in der Trainingseinheiten vor der BEM mit dem Plastikball gespielt hatten, gab es diesbezüglich keinerlei Umstellungsprobleme. Einzig der Verschleiß ist nach wie vor hoch. Die neuen Bälle gehen weiterhin deutlich schneller kaputt als ihre Vorgänger aus Zelluloid.

Startschuss für die Einzel

Den Anfang in jeder Einzelrunde machte Peter. Einer klaren Niederlage gegen Z'dun (Eintracht Berlin) und einem klaren Sieg gegen Kellerhals (SCC) stand ein in jedem Satz knappes Spiel gegen Ho (CfL) entgegen, das leider verloren ging; somit war das Einzelturnier für ihn schon am Samstag beendet.

Am anderen Ende der STTK-Altersskala stand Jan, der gegen Hinz (Füchse) und Schymosch (Meteor) mit 1:3 und 0:3 das Nachsehen hatte. Ein Nervenkrimi wurde das Spiel gegen Bowe (Eintracht Berlin), dessen unangenehmes Noppenspiel Jan weniger Probleme bereitete als erwartet. Leider musste er sich im fünften Satz mit zwei Punkten Unterschied geschlagen geben. Auch wenn er kein Spiel gewann, spielte Jan eine gute BEM, ließ sich insbesondere auch von den unkonventionellen Spielsystemen von Regionalligaspieler Hinz (Penholder mit kurzer Noppe auf der Vorhand) und Bowe (lange Noppe) nicht aus der Ruhe bringen und zeigte vor allem gegen Bowe eine abgeklärte Leistung.

Auch Sophie war in der Gruppenphase kein Sieg vergönnt. Mit Gegnerinnen aus der Oberliga (Priebe, Füchse), Verbandsoberliga (Palina, eastside) und Verbandsliga (Grunert, Lichtenberg) hatte sie eine sehr schwierige Gruppe erwischt.

Nach der Neu-Auslosung ist die Gruppe für Sophie nicht unbedingt einfacher geworden.
Nach der Neu-Auslosung ist die Gruppe für Sophie nicht unbedingt einfacher geworden.

Aus der Gruppe schafften es Svenja, Robin und ich. Robin musste lediglich dem Spandauer Jugendspieler Ünal zum Sieg gratulieren, wobei er auch hier nicht chancenlos war. Das Weiterkommen verspielte er fast gegen Drews (LSC), doch den 0:2-Rückstand bog Robin noch um und setzte sich am Ende klar durch. Ich bestätigte den Setzplatz in meiner Gruppe mit lediglich einem Satzverlust.

Svenja brauchte in den ersten beiden Spielen gegen Hartfiel (Düppel) und Zoller (Lichtenberg) jeweils zwei Sätze zum Aufwärmen. Während beide Spiele zu Beginn an ihr vorbeiliefen, kämpfte sie sich kurz vor dem drohenden Ende in beide Spiele hinein, setzte besonders gegen Zoller eine kleine, aber effektive Taktikänderung um und behielt bis zum Ende die Nerven. Diese beiden 3:2-Siege und die Niederlage gegen Henning führten zu einem guten zweiten Platz in der Gruppe.

Die besten 32

Am Sonntag ging es in der 1. KO-Phase für Robin gegen Treptow (Hertha BSC) weiter; ich hatte zunächst ein Freilos und bekam in der 2. KO-Runde Robins Gruppengegner Ünal zugelost. Nach gutem Start von Robin bekam Treptow im Laufe der Zeit das Heft des Handelns immer mehr in die Hand und gewann schließlich mit 3:0. Auch Svenjas Spiel gegen Pfänder (Düppel) ging mit 0:3 verloren, so war für sie im Sechzehntelfinale Schluss.

Noch ein guter Doppel-Spieler: Robin. Im Einzel scheiterte er an Treptow, im Doppel mit Max Andreß brachte er Popal/Hölter an den Rand einer Niederlage.
Noch ein guter Doppel-Spieler: Robin. Im Einzel scheiterte er an Treptow, im Doppel mit Max Andreß brachte er Popal/Hölter an den Rand einer Niederlage.

Mein Spiel gegen Ünal ging unfreiwillig schnell zu Ende. Den ersten Satz konnte ich klar für mich entscheiden, doch dann musste der Spandauer verletzungsbedingt aufgeben. Das Sechzehntelfinal-Spiel gegen Hinz gestaltete sich da schon spannender. Im ersten Satz konnte ich ihn etwas überrumpeln und startete mit einer 1:0-Führung im Rücken in den zweiten Satz. Gerade beim eigenen Aufschlagspiel erspielte ich mir auch weiter gute Chancen, von denen jedoch zu viele ungenutzt blieben. In Verbindung mit einem immer besseren Aufschlagspiel seinerseits fanden zu wenige punktbringende Schläge ihr Ziel und die zwei Ligen Unterschied sollten sich in den zwei Sätzen Unterschied wiederfinden, mit denen er gewann.

3. Bundesliga gegen Landesliga

Nach der Einzel-Vorrunde wurden am Samstag zudem die ersten drei Runden des Herren-Doppels sowie die erste Runde des Damen-Doppels gespielt. Svenja und Sophie hatten ein Freilos, durften also erst am Sonntag anfangen. Dort trafen sie dann gleich auf die späteren Finalistinnen Lautenschläger/Henning (Füchse), denen sie zwar einen Satz abnehmen, aber insgesamt nicht gefährlich genug werden konnten.

Sowohl Robin und Max Andreß (Hertha BSC) als auch Peter und ich starteten mit einem Freilos und einem ungefährdeten Sieg in die Doppel. Mit Kristen/Kaufmann (TuSLi) hatten Max und Robin dann eine ungefähr gleichstarke Paarung vor den Schlägern, die sie überraschend deutlich mit 3:0 schlagen konnten. Peter und ich bekamen es dagegen Sebastian Stürzebecher und Johannes Heise (Düppel) zu tun. Nach langer Zeit trafen mit Johannes und mir mit die letzten der Düppeler Hermann-Hammer-Zeit mal wieder aufeinander.

Noch nie zusammen gespielt, aber fast für die große Überraschung gesorgt: Peter (rechts) und Felix.
Noch nie zusammen gespielt, aber fast für die große Überraschung gesorgt: Peter (rechts) und Felix.

Dafür, dass wir vor dem ersten Doppel noch nie zusammen Doppel gespielt haben, harmonierten Peter und ich erstaunlich gut; Peter bereitete schlau vor, ich vollendete punktbringend und so gewannen wir den ersten Satz. Zwar gingen Durchgang zwei und drei klar an die Düppeler, doch dabei wollte Peter es nicht bewenden lassen und drehte auf einmal auf - Zitat von Stürzebecher am nächsten Tag: "Wie kann der denn nicht aus der Gruppe gekommen sein?" Für den Sieg reichte es aber dennoch knapp nicht, am Ende fehlten nur drei Punkte zur großen Überraschung.

Mindestens genauso starke Gegner hatten Robin und Max am Sonntag; von diesem Spiel habe ich aber leider nicht allzu viel mitbekommen. Gegen Nicolai Popal und Arne Hölter (SCC/Hertha) gewannen auch sie den ersten und vierten Satz, und ähnlich knapp wie Peter und ich scheiterten sie im fünften Satz an dem Gespann aus 3. Bundesliga und Oberliga.

Was im Doppel so alles möglich ist ...

Gesamtsieger - 82. Berliner Einzelmeisterschaften

Damen Einzel: 1. Soraya Domdey (Füchse), 2. Lydia Lautenschläger (Füchse), 3. Sarah Diekow (Neukölln) und Kathrin Bartels (eastside)

Herren Einzel: 1. Ali Gözübüyük (Spandau), 2. Sebastian Stürzebecher (Düppel), 3. Nicolai Popal (SCC) und Arne Hölter (Hertha BSC)

Damen Doppel: 1. Soraya Domdey/Sarah Diekow (Füchse/Neukölln), 2. Sina Henning/Lydia Lautenschläger (Füchse), 3. Mia Teich/Alexa Krenitz (Füchse/Neukölln) und Belana Gawolek/Nina Priebe (Füchse)

Herren Doppel: 1. Ali Gözübüyük/Florian Stefanides (Spandau), 2. Arne Hölter/Nicolai Popal (Hertha BSC/SCC), 3. Frank Kasiske/Albert Piwonski (H06/Füchse) und Daniel Bartels/Marius Gehler (Füchse)

Mixed: 1. Soraya Domdey/Stephan Köpp (Füchse), 2. Sina Henning/Diego Hinz (Füchse), 3. Sarah Diekow/Frank Kasiske (Neukölln/H06) und Saskia Pfänder/Sebastian Stürzebecher (Düppel)

Weitere Bilder

Jan konnte zwar kein Spiel gewinnen, überzeugte aber mit überlegtem Spiel gegen das breite Spektrum der Tischtennis-Materialwelt.
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Eine Runde weiter gekommen als bei der letzten BEM, aber um gegen Regionalliga zu gewinnen, reichte es dann doch nicht für Felix.
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Im Einzel schied Peter schon in der Vorrunde aus - die Energie hob er sich für das Doppel auf.
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