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Platz 33 bei der Tischtennis-WM der Senioren

Einmal bei einer Tischtennis-WM als Aktiver dabei sein … diesen Wunsch erfüllte ich mir zusammen mit meinem Doppelpartner Thomas Huck sowie vier weiteren Tischtennisspielern und zwei "Coaches" aus meinem engsten Freundeskreis Ende Mai in Alicante bei der WVC = World Veteran Championships 2016, bei der ich den STTK bzw. unser Land vertrat.

Peter Wode mit Doppelpartner Thomas Huck in der WM-Halle

Die Hürde zur Teilnahme lag nicht in der Qualifikation sondern der rechtzeitigen Meldung und Zahlung des Startgelds von 150,- €. Dies erledigte ich bereits neun Monate vorher als einer von knapp 1.000 Deutschen bzw. insgesamt 4.600 Teilnehmern aus 82 Ländern. Mehr als bei einer Veranstaltung dieser Art jemals zuvor. Rekord!

Kein Wunder bei der reizvollen Kombi aus sportlichem Event, Urlaub an der sonnigen Costa Blanca und einer Art "Klassentreffen" mit befreundeten Sportlern der letzten Jahrzehnte aus der Region sowie aller Welt. Was noch fehlte war eine angemessene Unterkunft. Also mieteten wir acht uns – wie schon anlässlich der internationalen Turniere in Esbjerg/Dänemark in den 90ern in ähnlicher Besetzung – eine große Villa mit Pool und Meerblick.

Als WM-Neuling hatte ich erst kurz vor meiner Abreise erfahren, dass man seinen Gegnern vor dem Match kleine Gastgeschenke aus der Heimat überreicht. Prima, dass es anlässlich der UEFA EURO 2016 überall Deutschlandfahnen zu kaufen gab, von denen gleich 16 Stück in meinen Koffer wanderten. Wie viele ich davon brauche bzw. wie lange ich im Wettbewerb bleibe, stand natürlich in den Sternen.

Nach Direktflug von Berlin nach Alicante, Bezug unserer Villa, Akkreditierung und erstem Training ging ich mit Startnummer 2640 am Montag an Tisch 36 (von 165 ...) im Einzel gegen den Schweden Jonas Nygards sowie den Israeli Ofer Sierra ins Rennen. Gespielt wurde in 3er- und 4er-Gruppen jeder gegen jeden, wobei sich Platz 1 und 2 für das Hauptfeld (Championship) bzw. Platz 3 und 4 für die Trostrunde (Consolation) qualifizierte.

Nach zwei ungefährdeten 3:0-Siegen stand ich in unserer 3er-Gruppe als Sieger fest und musste abwarten, was die Auslosung für das Hauptfeld am Donnerstag ergab, die in der Halle und auf Webseiten permanent aktualisiert wurde und per SMS auch direkt aufs Handy kam. Sehr praktisch, wenn man nicht wie ich Tuesday mit Thursday verwechselt und bereits am Dienstag am Tisch auf seinen Gegner wartet …

Deutlich schwerer hatten es mein Doppelpartner Thomas Huck und ich am Dienstag in unserer 4er-Gruppe, in der wir nach Siegen über ein englisches und ein spanisches Duo mit zwei Tschechen um den Gruppensieg kämpften. Nach 1:2 Rückstand hieß es am Ende 3:2 für unser seit ca. 35 Jahren eingespieltes Doppel. Mit Platz 1 in der Gruppe und einer "weißen Weste" im Einzel wie auch Doppel gingen Thomas und ich in den spielfreien Mittwoch, was unseren vier Villa-Mitbewohnern leider nicht gelang.

Den "Regenerationstag" verbrachten wir zusammen mit vielen langjährigen TT-Freunden gemeinsam am Strand von Alicante, in Tapas-Bars oder auf dem Castillo de Santa Barbara. Vermutlich tankten wir hier zu viel Sonne oder uns fehlte am nächsten Morgen etwas Schlaf … Nach der weißen Weste vom Dienstag folgte der "Black Thursday". Bei vier von uns inkl. mir: Totalausfall und somit frühes Aus in der ersten Einzel-Hauptrunde.

Einen versöhnlichen Abschluss bildete dann aber am Freitag unser Doppel, in dem Thomas und ich nach Siegen in den ersten Hauptrunden über zwei Spanier und zwei Franzosen in Runde 3 auf ein schwedisches Doppel trafen. Nach vier heiß umkämpfen Sätzen mussten wir unseren taktisch hervorragend eingestellten Gegnern beim 1:3 respektvoll gratulieren. Am Ende blieb Platz 33 in einem stark besetzten 512er Doppel-Feld der Ü50er.

Fazit: Eine rundum geniale und empfehlenswerte Veranstaltung. Für die EM 2017 in Helsingborg haben wir bereits gemeldet und auch die WM 2018 in Las Vegas ist fest im Kalender notiert. Ein ausführliches WM-Tagebuch mit 13 Einzelberichten, diversen Fotos, relevanten Links und allen Ergebnissen liefert wode.de/blog